Du kennst das sicher: du googelst nach einem Thema und freust dich riesig, dass es dazu einen Blogartikel gibt. Du klickst direkt drauf und dann kommt die Enttäuschung: der Inhalt ist unübersichtlich, das Blogartikel-Layout komplett überladen und der Artikel eigentlich unlesbar. Also klickst du wieder weg und gehst einfach auf den nächsten Link, den die Suchmaschine dir ausgespuckt hat.
Ja, so passiert das. Denn dein Inhalt kann noch so gut sein, wenn die Gestaltung und dein Blogartikel-Layout unübersichtlich ist und die Leser*innen nicht auch optisch durch den Artikel geleitet werden, klicken sie weg. So verlierst du tatsächlich Leser*innen und die ganze Mühe ist umsonst.
Aber die gute Nachricht: du musst keine Designer*in sein, um lesbare Blogartikel zu gestalten. Es gibt einfache Möglichkeiten, wie du dein Blogartikel-Layout so gestaltest, dass deine Inhalte übersichtlich sind und Leser*innen gerne auf deinen Blog kommen. Dazu habe ich eine Gastexpertin eingeladen:
In diesem Artikel zeigt dir Sandra Lubecki, Blog-Expertin für Solo-Selbstständige, die 5 häufigsten Layout-Fehler, die deine Blogartikel unlesbar machen – und wie du sie ganz einfach behebst.
Warum das Blogartikel-Layout so wichtig ist
Bevor wir zu den Fehlern kommen, lass mich kurz erklären, warum das Layout der Artikel überhaupt so wichtig ist.
Hierfür möchte ich dir ein paar Statistiken aus verschiedenen Studien zeigen:
- Laut einer Studie aus dem Jahr 2021 verbringen Website-Besucher im Durchschnitt nur 54 Sekunden auf einer Webseite.
- Noch dramatischer: Laut Gloria Mark ist unsere durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne auf Bildschirmen von 2,5 Minuten im Jahr 2003 auf nur noch 47 Sekunden im Jahr 2020 gesunken.
Das bedeutet: Menschen scannen Texte online, sie lesen sie nicht Wort für Wort.
Für deine Blogartikel heißt das: Dein Layout muss es Leser*innen leicht machen, deinen Artikel zu scannen und die wichtigsten Informationen schnell zu erfassen.
Ein gutes Layout:
- führt das Auge des Lesenden durch den Text
- macht wichtige Informationen sofort sichtbar
- schafft „Atempausen“ durch Weißraum
- reduziert kognitive Belastung
Kurz gesagt: Ein gutes Layout ist unsichtbar – schlechtes Layout vertreibt deine Leser*innen.
Jetzt schauen wir uns an, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Layout-Fehler 1: Zu lange Textzeilen ohne Struktur
Stell dir vor, du öffnest einen Blogartikel und siehst eine einzige riesige Textwand – ohne Absätze, ohne Zwischenüberschriften, nur Zeile für Zeile.
Dein erster Gedanke? „Das lese ich nicht.“
Aber wie kommt es zu dieser Reaktion?
- Zu lange Zeilen sind anstrengend zu lesen (das Auge muss zu weit wandern).
- Die fehlende Struktur macht es schwer, den Überblick zu behalten.
- Leser*innen wissen nicht, wo sie anfangen sollen.
Die ideale Zeilenlänge
Die optimale Zeilenlänge liegt bei 50 – 75 Zeichen (etwa 10 – 12 Wörter). Alles darüber hinaus wird anstrengend.
Wie du das umsetzt:
- Begrenze die Textbreite deines Blogartikels (z. B. auf 800 Pixel).
- Nutze eine zweispaltige Struktur (Haupttext + Sidebar).
- Erhöhe den Zeilenabstand (mindestens 1,5).
Zwischenüberschriften als Strukturhilfe
Niemand liest einen 2.000-Wörter-Artikel ohne Zwischenüberschriften. Deshalb ist es wichtig, deinen Blogbeitrag mit Zwischenüberschriften zu strukturieren. Sie helfen Leser*innen:
- zu scannen – Was steht wo?
- zu navigieren – Wo finde ich die Info, die mich interessiert?
- durchzuatmen – eine mentale Pause vor dem nächsten Abschnitt
👍🏼 Tipp: Setze alle 150 – 300 Wörter eine Zwischenüberschrift. So bleibt dein Artikel übersichtlich und einladend.
Im Vergleich zu der Textwüste auf der linken Seite sieht der strukturierte Text direkt ansprechender aus.
Layout-Fehler 2: Fehlende Absätze und Weißraum
Weißraum (auch „Whitespace“ genannt) ist der leere Raum zwischen Textelementen. Viele Blogger unterschätzen seine Bedeutung – und packen so viel Text wie möglich auf die Seite.
Welche Auswirkungen hat es, wenn du zu wenig Weißraum einbaust?
- Kein Weißraum = das Auge findet keinen Ruhepunkt
- Text wirkt überwältigend und schwer verdaulich
- Besucher fühlen sich erschlagen von der Textmenge
So nutzt du Weißraum richtig
- Kurze Absätze:
Schreibe maximal 3 – 4 Zeilen pro Absatz. Auf dem Smartphone sollte ein Absatz nicht mehr als 2 – 3 Zeilen umfassen.
Vergleich:
❌ Schlecht:
Ein langer Absatz mit 8 – 10 Zeilen Text ohne Unterbrechung: Die Leser*in des Blogs muss sich durch eine Textwand kämpfen und verliert schnell das Interesse. Es gibt keinen natürlichen Punkt zum Durchatmen und die Information wirkt überwältigend. Gerade auf dem Smartphone wird so ein langer Absatz zur Herausforderung. Die Augen müssen ständig von links nach rechts wandern, ohne Pause. Nach ein paar Zeilen ermüdet das Auge und die Leser*in gibt auf. Das ist genau das, was du vermeiden möchtest. Lange Textblöcke wirken abschreckend und laden nicht zum Lesen ein.
✅ Gut:
Kurze Absätze von 2 – 3 Zeilen sind viel angenehmer zu lesen.
Sie geben dem Auge natürliche Ruhepunkte.
Jeder Absatz behandelt einen Gedanken – dann kommt eine Pause.
Das macht den Text nicht nur lesbarer, sondern auch leichter verdaulich. Dein Gehirn kann die Information besser verarbeiten.
Auf dem Smartphone wird dieser Vorteil noch deutlicher sichtbar.
Die Leser*innen bleiben motiviert, weiterzulesen – weil es sich nicht nach Arbeit anfühlt.
- Abstand zwischen Elementen:
Gib deinen Textelementen Raum zum Atmen:
- Abstand zwischen Absätzen (mindestens 1,5-facher Zeilenabstand)
- Abstand um Bilder herum (oben und unten jeweils 20 – 30 Pixel)
- Abstand um Zwischenüberschriften (mehr oben als unten)
- Nicht alles auf einmal:
Du musst nicht jeden Gedanken in einen Absatz quetschen. Ein Absatz = eine Idee. Dann kommt eine Pause. Dann die nächste Idee.
✅ Merke Dir: Weißraum ist kein verschwendeter Platz – er ist ein Design-Element, das deinen Content lesbarer macht.
Layout-Fehler 3: Keine visuelle Hierarchie (alles sieht gleich aus)
Wenn alle Textelemente in deinem Artikel gleich aussehen, wissen Nutzer nicht, was wichtig ist und was weniger wichtig.
Was bedeutet visuelle Hierarchie?
Mit der visuellen Hierarchie ist gemeint, dass wichtige Elemente mehr Aufmerksamkeit bekommen als unwichtige. Das wird signalisiert durch:
- Größe: Überschriften sind größer als Fließtext
- Farbe: wichtige Infos können farblich hervorgehoben werden
- Schriftgewicht: Fettdruck für wichtige Begriffe
- Position: was oben steht, wird zuerst gesehen
Im Vergleich dazu, was ohne visuelle Hierarchie passiert:
- Alles wirkt gleich wichtig – und damit nichts
- Leser*innen wissen nicht, wo sie hinschauen sollen
- Der Text wirkt monoton und langweilig
So schaffst du eine klare Hierarchie
- Überschriften-Hierarchie:
Nutze die H-Überschriften richtig:
- H1 = Titel (nur einmal pro Artikel)
- H2 = Hauptabschnitte
- H3 = Unterabschnitte
- H4 = Falls nötig für weitere Unterebenen
❌ Wichtig: Überspringe keine Ebenen. Nach H2 kommt H3 – nicht direkt H4.
- Schriftgrößen:
- H1: 32 – 40 Pixel
- H2: 24 – 28 Pixel
- H3: 20 – 24 Pixel
- Fließtext: 16 – 18 Pixel (niemals kleiner als 16 Pixel!)
- Fettdruck gezielt einsetzen:
Nutze Fettdruck für wichtige Begriffe oder Kernaussagen – aber übertreibe es nicht. Wenn alles fett ist, ist nichts mehr hervorgehoben.
✅ Beispiel: „Die optimale Zeilenlänge liegt bei 50 – 75 Zeichen.“
- Farbe für Akzente:
Nutze eine Akzentfarbe – am besten eine deiner Branding-Farben – für:
- wichtige Call-to-Actions
- hervorgehobene Zitate
- Links
👍🏼 Tipp: Teste dein Layout, indem du einmal ganz unvoreingenommen auf deinen Artikel schaust. Erkennst du sofort die wichtigsten Elemente? Wenn ja, hast du eine gute visuelle Hierarchie.
Layout-Fehler 4: Unstrukturierte Inhalte ohne Aufzählungen
Viele Blogger schreiben alles im Fließtext – auch Informationen, die viel besser als Liste dargestellt wären.
Mit Blick auf die Lesbarkeit kann das zu einem Problem werden, weil:
- Fließtext schwer zu scannen ist – Nutzer müssen jeden Satz lesen
- wichtige Punkte im Textfluss untergehen
- Listen visuell ansprechender und leichter zu erfassen sind
Wann du Listen nutzen solltest
Listen nutzt du immer dann, wenn es sich in deinem Artikel anbietet. Sie eignen sich perfekt für:
- Aufzählungen (z. B. „5 Gründe warum…“)
- Schritt-für-Schritt-Anleitungen
- Vor- und Nachteile
- Checklisten
- Zusammenfassungen
Es gibt zwei Arten von Listen – und beide haben ihren Zweck:
- Nummerierte Listen (1, 2, 3): Nutze sie, wenn die Reihenfolge wichtig ist – z. B. bei Anleitungen.
- Bullet Points (•): Nutze sie, wenn die Reihenfolge egal ist – z. B. bei Aufzählungen von Vorteilen.
Beispiel:
❌ Schlecht (Fließtext):
„Es gibt mehrere Gründe, warum Bloggen wichtig ist. Erstens baust du damit Autorität auf. Zweitens kannst du dein Wissen teilen. Drittens ist es gut für SEO. Viertens positionierst du dich als Experte.“
✅ Gut (Liste):
Warum Bloggen wichtig ist:
- Du baust Autorität auf.
- Du teilst dein Wissen.
- Es ist gut für SEO.
- Du positionierst dich als Experte.
Siehst Du den Unterschied? Die Liste ist sofort erfassbar – der Fließtext nicht.
👍🏼 Tipp: Weitere visuelle Elemente, die du zur Auflockerung deiner Artikel nutzen kannst, sind:
- Infoboxen: für wichtige Hinweise
- Zitate: um Aussagen hervorzuheben
- Tabellen: für Vergleiche
- Checklisten: zum Abhaken
Layout-Fehler 5: Störende Elemente lenken vom Text ab
Das ist einer der größten Design-Fehler auf Blogs.
Dein Blogartikel sollte im Mittelpunkt stehen – nicht bunte Pop-ups, blinkende Banner oder überladene Sidebars. Das sind zu viele visuelle Reize, die das Gehirn überfordern.
Die Folge: Die Leser*innen verlieren schnell den Fokus, fühlen sich überfordert und verlassen deine Seite wieder.
Störende Elemente auf Blogs
- Aggressive Pop-ups:
Pop-ups, die sofort beim Laden des Blogs erscheinen, sind nervig. Noch schlimmer: Pop-ups, die sich nicht schließen lassen.
Besser: Warte mindestens 30 Sekunden oder bis der Besucher 50 % des Artikels gescrollt hat, bevor du ein Pop-up zeigst.
Nach wenigen Sekunden ploppt ein Pop-up auf? Das wirkt auf viele Nutzer*innen abschreckend.
- Überladene Sidebars:
Eine Sidebar mit:
- 5 verschiedenen Anzeigen
- Social-Media-Buttons
- Newsletter-Formular
- Kategorie-Liste
- Bestseller-Liste
… ist zu viel.
Besser: Beschränke dich auf 2 – 3 wichtige Elemente in der Sidebar.
- Animationen und GIFs:
Bewegte Elemente ziehen automatisch die Aufmerksamkeit auf sich – das kann vom Text ablenken.
Besser: Nutze Animationen sparsam auf deinem Blog und nur, wenn sie wirklich Mehrwert bieten.
- Zu viele verschiedene Schriftarten:
Mehr als 2 Schriftarten (eine für Überschriften, eine für Fließtext) wirken chaotisch.
Besser: Bleib bei maximal 2 Schriftarten und schaffe Abwechslung durch Größe, Gewicht und Farbe.
👍🏼 Tipp: Erfahre hier, wie du die passenden Schriftarten für dein Business findest.
- Ablenkende Hintergrundbilder:
Ein stark gemusterter oder farbiger Hintergrund macht den Text schwer lesbar.
Besser: Nutze einen neutralen Hintergrund (weiß oder helles Grau) für optimale Lesbarkeit.
✅Grundregel: Weniger ist mehr. Jedes Element in deinem Blogartikel sollte einen klaren Zweck haben. Wenn nicht – weg damit.
So überprüfst du dein Blogartikel-Layout
Du möchtest herausfinden, ob dein Blog-Layout diese Fehler hat? Mit diesen 3 Tests kannst du das ganz leicht überprüfen:
Der 5-Sekunden-Test
Öffne einen deiner Blogartikel und schau ihn dir 5 Sekunden lang an – ohne zu lesen.
Frag dich dann:
✅ Kann ich sofort erkennen, worum es geht?
✅ Sind die Überschriften klar erkennbar?
✅ Gibt es genug Weißraum zwischen den Absätzen?
✅ Sieht der Artikel einladend aus – oder überwältigend?
Der Mobile-Test
Über 60 % aller Website-Besucher kommen vom Smartphone. Laut Statista generieren mobile Geräte mittlerweile 62,73 % des globalen Website-Traffics (Stand: Q2 2025).
Daher empfiehlt es sich, deinen Artikel auf dem Handy zu öffnen:
✅ Sind die Absätze kurz genug (2 – 3 Zeilen)?
✅ Ist die Schrift groß genug (mindestens 16 Pixel)?
✅ Funktionieren alle Buttons und Links?
✅ Gibt es störende Pop-ups?
Der Scan-Test
Scrolle schnell durch deinen Artikel, ohne zu lesen:
✅ Erkennst du die wichtigsten Informationen auf einen Blick?
✅ Gibt es genug visuelle Ankerpunkte (Überschriften, Listen, Bilder)?
✅ Sieht der Artikel strukturiert aus?
Wenn du bei diesen Tests Schwächen entdeckst, ist es Zeit für ein paar Optimierungen!
Du möchtest noch mehr darüber erfahren, wie du deine Texte optisch aufwerten kannst? Dann lies auch Sophies Artikel: 4 Tipps, wie du deine Texte optisch aufwertest
Fazit: Gutes Blogartikel-Layout ist unsichtbar
Ein gut gestalteter Blogartikel fällt nicht auf – er macht einfach Spaß zu lesen.
Die wichtigsten Punkte nochmal zusammengefasst:
- Halte Textzeilen kurz und strukturiere deinen Artikel mit Zwischenüberschriften.
- Nutze Weißraum – kurze Absätze und genug Abstand zwischen den Elementen
- Schaffe eine klare Hierarchie durch Schriftgrößen, Farben und Fettdruck.
- Verwende Listen für aufzählbare Inhalte statt endlosem Fließtext.
- Vermeide Ablenkungen – jedes Element sollte einen klaren Zweck haben.
Die gute Nachricht: Du musst keine Designer*in sein, um diese Fehler auf deinem Blog zu beheben. Die meisten Anpassungen kannst du in wenigen Minuten in deinem WordPress-Theme vornehmen.
Und der Effekt ist sofort sichtbar: Deine Leser*innen bleiben länger, lesen mehr und kommen öfter wieder.
Schnapp dir jetzt einen deiner Blogartikel und mach den 5-Sekunden-Test, den Mobile-Test und den Scan-Test. Du wirst sehen: Kleine Anpassungen an Layout und Design deines Blogs haben oft eine große Wirkung.
Über die Autorin:
Sandra Lubecki unterstützt Solo-Selbstständige dabei, mit ihrem Blog online sichtbar zu werden – ohne ständig auf Social Media präsent sein zu müssen. Auf ihrem Blog teilt sie praxisnahe Tipps rund ums Bloggen, WordPress und SEO.
Website: https://sandra-lubecki.de/





Da stell ich gleich mal das Pop-Up um….
Ach wie gut 😄 Dann hat sich der Artikel ja schon gelohnt. Freut mich, wenn du direkt etwas umsetzen konntest!
Und danke nochmal, dass ich einen Gastartikel bei dir veröffentlichen durfte! 😊